Ende November: Die besinnliche Zeit des Jahres beginnt. Mit der Advents- und Weihnachtszeit gehen leider für unsere Hauskatzen auch vermehrte Gefahren einher. Vergiftungen sind häufig die Folge.

Wo lauern die Vergiftungs-Gefahren?

Katzen knabbern gerne an Pflanzen. Viele Zimmerpflanzen, die wir aktuell als Geschenk erhalten oder auch verschenken, sind äußerst giftig. Sie können, schon in geringen Mengen aufgenommen, bei der Katze zum Tod führen. Darunter gehören:

  • Schneerose (Helleborus niger), sehr stark giftig
  • Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), stark giftig
  • Amaryllis (Hippeastrum), stark giftig
  • Mistel (Viscum album), schwach giftig

Wenn du solch eine Pflanze als Geschenk erhältst, stelle sie bitte in ein Zimmer, zu dem deine Katze(n) keinesfalls Zutritt haben. Bitte verschenke solche Pflanzen auch nicht an Katzenbesitzer.

Das Wasser im Weihnachtsbaumständer ist ebenfalls eine Gefahr. Die darin gelösten Stoffe aus Harzen oder hineingefallenen Tannennadeln sind toxisch. Decke daher den Weihnachtsbaumständer ab, z. B. mit einem Tuch, das du mehrfach darum wickelst. Die Katze darf nicht in der Lage sein, diese Abdeckung abzupföteln.

Neben den Pflanzen besteht hohe Vergiftungsgefahr bei Frostschutzmitteln (Ethylenglykol (1,2-Ethandiol). Verwahre Frostschutzmittel stets gut verschlossen, am besten in einem Schrank, auf. Katzen werden vom Geruch der Flüssigkeit magisch angezogen. Schon kleinste aufgenommene Mengen führen zu starken Vergiftungserscheinungen.

Auch Schokolade und Rosinen sind giftig für unsere Katzen. Lasse diese daher nicht offen herumliegen. Bei Schokolade gilt: je höher der Kakaoanteil, desto giftiger. Sollte es hier trotz aller Vorsicht zu einer Aufnahme gekommen sein, hast du online über sog. Schokoladenrechner die Möglichkeit zu prüfen, ob es sich bei der aufgenommenen Menge um einen Notfall handelt und du zum Tierarzt/in die Klinik fahren musst. Hier gibt es diverse Schokoladenrechner von Tierärzten, die sich über die Suchmaschinen ermitteln lassen.

Mit sämtlichen ätherischen Ölen müssen wir absolute Vorsicht walten lassen. Öle wie Teebaumöl und auch die Öle, die jetzt gern in Duftlampen verwendet werden, können zu lebensgefährlichen Vergiftungen unserer Katze führen. Wenn sie die Duftlampe umstößt und dabei das Wasser-Öl-Gemisch im Fell landet und später herausputzt, kann das lebensgefährlich sein.

Vergiftungssymptome

Sollten folgende Symptome bei deiner Katze auftreten, kontaktiere sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik:

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Erhöhter Speichelfluss
  • Durchfall
  • Atemnot
  • Krämpfe
  • Zittern
  • Lähmungserscheinungen
  • Lethargie, Teilnahmslosigkeit
  • Fieber

Weitere allgemeine Informationen über Pflanzen, Gifte und Medikamente findest du unter https://www.vetpharm.uzh.ch/cpthome.htm

Weitere Gefahren für Katzen

Neben den Vergiftungsgefahren solltest du im Winter und in der Weihnachtszeit weitere Gefahren für deine Katze im Blick haben:

In der kalten Jahreszeit verbringen auch Freigänger-Katzen vermehrt Zeit zu Hause. Gekippte Fenster sind oft verlockend und schnell wird versucht, durch diese nach draußen zu gelangen. Bleibt die Katze stecken, kann dies zu starken inneren Quetschungen, Atemnot und in schlimmen Fällen zum Ersticken und Organversagen führen. Lasse daher niemals ein gekipptes Fenster unbeaufsichtigt oder sichere es mit speziellen Fenster-Sicherungen, die du im Handel kaufen kannst.

Auch der Weihnachtsbaum ist verlockend: Glänzende, sich bewegende Kugeln sind für Katzen ein wahrer Spielplatz. Die Kugeln werden vom Baum gepfötelt, fallen zu Boden, zerbrechen und die Katze tritt in die Scherben. Sind die Scherben einmal an den Pfoten werden sie abgeleckt. Neben Schnittwunden können schlimme innere Blutungen die Folge sein. Lasse deine Katze(n) daher nicht unbeaufsichtigt mit dem Weihnachtsbaum oder verwende Plastikkugeln an den Stellen, die die Katze erreichen kann. Auch solltest du den Baum gut gegen Umfallen sichern.

Geschenkverpackungen stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Gerne wird in die Geschenktüten hineingesehen oder -gekrabbelt. Dabei können sich Katzen an den Henkeln verheddern und sich strangulieren. Stelle daher sicher, dass die Henkel entfernt oder durchgeschnitten werden, wenn du die Tüten offen zugänglich lässt. Auch Geschenkband kann schnell gefährlich werden. Im Spiel kann sich die Katze damit strangulieren oder kleinere Teile verschlucken. Möchtest du deine Katze damit spielen lassen, dann nur unter Aufsicht.

Kerzen und offenes Licht sind für viele Katzen spannend. Die sich bewegende Flamme löst Interesse aus. Schnell sind die (Schnurr-)Haare versenkt oder das Licht umgeworfen. Katzen und Kerzen: Höchste Brandgefahr!

Grundsätzlich gilt: Handele umsichtig. Die Gefahrenquellen zu (er)kennen und zu beseitigen, verschafft dir und deiner Katze eine schöne und friedvolle Winter- und Adventszeit. Beobachte deine Katze und lasse sie mit verbleibenden Gefahrenquellen (z. B. brennenden Kerzen) nicht allein. Sollte doch etwas passiert sein, lieber einmal mehr zum Tierarzt/in die Tierklinik fahren, als einmal zu wenig.

Wenn du Unterstützung oder weitere Beratung benötigst, melde dich gerne bei mir.

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